Der Atlantik ruft… wir kommen…

Sonntag, 25.07.21: Der Wecker klingelt um 05:00… uhh… gähn… das ist so gar nicht unsere Zeit zum Aufstehen, doch wir haben einen langen Weg vor uns und wollen abends da sein. Also hoch und in Ruhe klar machen zum Auslaufen… es lohnt sich bestimmt…

Ein erster Blick aus dem Cockpit… ohh… was ist das???  Dichter Nebel im Hafen… hmm… nicht schön… doch was soll‘s… wir haben ja AIS und Radar…

Nach einem leckeren Frühstück… Motor an und ablegen… es ist kurz nach 07:00 Uhr… wir kommen gut aus der hinteren Ecke unseres Liegeplatzes raus und verlassen langsam den Hafen… Mehr als 3 Schiffslängen voraus sieht man nichts… nur eine weiße undurchsichtige Wand… Vorsichtig nehmen wir Kurs auf die vorgelagerte Insel „Ile de Baz“ und passieren sie östlich… die anderen Schiffe können wir gut über AIS und Radar sehen… und langsam wird die Sicht auch immer besser… prima.

Nördlich der Ile de Baz geht das Großsegel hoch, doch da der Wind unter 30° reinkommt, muss der Motor vorerst noch weiter unterstützen… ein insgesamt gemütlicher Start und die See ist ruhig.

Dadada… was ist da im Wasser… Delfine… ja eine ganze Schule davon… juhuu… die ersten Delfine auf unserer Reise… und Gerti hat sie zuerst entdeckt. Sie sehen aus wie Weißstreifen-Delfine und begleiten uns bestimmt 10 Minuten, schwimmen und springen kreuz und quer um unsere LADY rum… herrlich und immer wieder schön anzusehen.

Die Tiden-Strömung ist wieder gut mit uns und bereits um 12:00 können wir die Untiefenbank „ Plateau de Lizenn Wenn“ nördlich runden. Ab hier können wir einen etwas südlicheren Kurs nehmen und so passt es endlich zum Segeln… also Motor aus und gemütlich weiter segeln. Viel Wind ist nicht da, doch es reicht, das wir gut vorankommen…

Um 15:15 passieren wir den 28 Meter hohen Leuchtturm „Le Four“, der auf einer Granitinsel mit 25 Meter Durchmesser steht. Diesen Leuchtturm kennen wir von einem 3er-Bild (Jean Guichard), wo sich bis zur Spitze spektakulär die Wellen brechen. Man kann sich bei der gerade ruhigen See kaum vorstellen, was es hier zur falschen Zeit für unglaubliche Gewalten gibt…

Und dadada sind sie wieder… jeahh… Gerti sichtet erneut Delfine… mindestens ein Dutzend… diesmal scheinen es die großen Tümmler zu sein, die bis zu 4 Meter lang werden können… es sind die größten Delfine, die wir je gesehen haben… sie begleiten uns auch eine ganze Weile und kommen bis zur Hälfte immer wieder aus dem Wasser… und es sieht so aus als ob sie uns genau ansehen und begutachten wollen… ein schönes Gefühl so nah mit der Natur und diesen herrlichen Tieren verbunden zu sein.

Gemütlich passieren wir um 19:15 den Leuchtturm „Vieux Moives“ und können um die Ecke direkt Kurs auf die Halbinsel Crozon mit der Bucht von Camaret sur mer nehmen. Dort läuft gerade die Tosimotu mit Susi und Thomas aus, mit denen wir noch kurz Funkkontakt haben und eine gute Biskaya-Überquerung wünschen. Wir werden etwas später folgen…

Um 21:00 Uhr fällt unser Anker vor Camaret-sur-mer und wir freuen uns da zu sein. Endlich wieder ankern und bei herrlichem Sonnenuntergang genießen wir unseren Sundowner…

Camaret-sur-mer ist ein kleiner Fischerhafen, mit belebten kleinen Gassen, farbenfrohen kleinen Häusern und auffallend vielen kleinen Künstler-Ateliers. Am Strand davor liegen schön aufgereiht mehrere alte Fischkutter-Wracks, die nur noch als Fotoobjekte dienen und vorm Hafen ein auffallend ockerfarbenen Turm, der auch als der „goldene Turm“ bezeichnet wird und zum Unesco-Weltkulturerbe zählt.

Die Gegend läd auch zum Wandern ein und von der Anhöhe oberhalb der Stadt hat man einen tollen Blick auf die Biskaya und tolle Buchten mit Sandstränden und türkisfarbenen Wasser… einfach malerisch schön. Einladend ist der Strand auch zum Baden… doch bei nur 17° Wassertemperatur lassen wir das lieber…

Der Blick in diese herrliche blaue Weite… magisch… die gefürchtete Biskaya und der endlos weite Atlantik… liegen vor uns und rufen nach uns… wir kommen… mit großen Respekt und wir freuen uns…

Noch ein paar schöne Tage vor Anker… mit dem Beiboot in den Hafen… ein paar Reparaturen (u.a. die Toilette…. Details erspare ich euch hier…)… und täglich nach Wetterfenster Ausschau halten, wann wir über die Biskaya können… das Fenster kommt… und nachdem ein kleines Sturmtief durch ist (war vor Anker ziemlich rollig…), wollen wir am Samstag den 31.07.2021 über die Biskaya starten… wir sind sehr gespannt wie’s läuft…

8 Gedanken zu „Der Atlantik ruft… wir kommen…

  1. Herrlich, Eure Berichte! Man fiebert und genießt förmlich mit. Für die Biskaya drücke ich Euch alle Daumen
    Sigmar

    • Vielen Dank… wir sind heute um 11:30 gestartet und haben im Moment guten Wind mit moderater Welle… rauschen bei Amwindkurs mit teilweise über 7 Knoten dahin… der Wind soll aber weniger werden… egal wir sind unterwegs und es läuft prima… 🙂

  2. Liebe Gerti und Horst, wir wünschen euch weiterhin guten Wind, wenig Wellen und nur Sonnenschein.
    Liebe Grüsse
    Sibylle und Peter
    Billabong

  3. Liebe Gerti, lieber Horst,
    erneut habt ihr uns durch einen interessanten Bericht an eurer Reise teilhaben lassen. Ihr schafft es tatsächlich, dass auch wir Fernweh empfinden. Wir wünschen euch einen angenehmen Törn über die Biskaya.
    Liebe Grüße
    Karin und Wilfried,
    La Surprise

  4. Liebe Blauwassersegler, vielen Dank für euren Blog. Wir freuen uns sehr darauf die Neuigkeiten zu lesen. Und ihr schafft es auch, das Fernweh zu wecken um andere Segelreviere zu entdecken. Vielleicht wird sich auch bei uns irgendwann ein Zeitfenster öffnen, in welchem wie länger segeln können. Wir wünschen euch eine gute Überfahrt über die Biscaya, vamos und bon voyage. Doris und Holger von der Loster

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