Kurs „Heimathafen“

Aufgrund der weiteren W-SW-Windlage und weil die Schweden im September in den südlichen Sperrgebieten scharf schießen, ändere ich meine Routenplanung erneut und Arielle nimmt am 12.09.12 Kurs auf Bornholm. Parallel geht meine neue Bekanntschaft, die Asienaka, auch den gleichen Weg. Für diesen Kurs passt der Wind gut. Die Sonne scheint wieder, die Wellen rauschen vorbei und Arielle zieht unter vollen Segeln auf dem glitzernden offenen Meer ihre Bahn. Wunderbar dieses freie Segel-Feeling. Ringsum freier Horizont, keine Untiefen, keine Schären, keine Tonnen. Einfach nur segeln und genießen. 🙂  Allerdings ist hier eine großes Verkehrstrennungsgebiet zu queren und dabei ist Vorsicht geboten, wobei es immer wieder spannend ist die ganz großen Pötte zu passieren.

Um 15:00 erreicht Arielle den Hafen von Rönne und wird bereits von Thomas und Vroni von der Asiennaka mit prima Leinenservice erwartet. 🙂  Ein quasi „historischer“ Moment. Denn hier und jetzt hat sich Arielle’s Ostseekreis geschlossen! 🙂

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Hinweis an andere Segler hinter mir:
In Simrishamn habe ich im Duschraum leider meine schwarze Softshell-Jacke hängen lassen. Ein Anruf beim Hafenmeister ergab, dass sie bereits weg ist. Sehr schade, da es sich dabei um meine spanische Regatta-Jacke mit der Aufschrift „Toros del Mar“ (vorn) und einer Stierkompassrose (hinten) handelt. Vielleicht hat sie ein Segler mitgenommen, der zufällig meinen Blog liest und sie mir wieder zukommen lässt. Das wäre toll und Finderlohn ist sicher!

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Am nächsten Tag geht es ganz früh bei Sonnenaufgang weiter Richtung Rügen, da der Wind kurzzeitig auf WNW-NW dreht. Dass passt gut für diesen Kurs und lässt sich, bis auf eine kleine zweistündige Wetterstörung gut segeln. Wieder völlig offenes Wasser und freies segeln, so wie ich es am meisten liebe. 🙂

Gegen 16:00 erreicht Arielle Lohme und macht an Dalben fest. Kurz darauf kommt auch die Asienaka rein, die etwas später losgesegelt ist.

Für die nächsten beiden Tage liegen wir hier fest, denn es geht ein sattes Sturmtief mit deutlich über 30 Knoten durch. Bei dem hübschen Hafen und dem sehr netten Hafenmeister, lässt es sich aber gut 2 Tage aushalten. Den SW-Wind am ersten Tag bekommen wir im Hafen kaum mit, da er dagegen total geschützt ist. Die Winddrehung auf NW am nächsten Tag aber deutlich. Es pfeift heftig in den Hafen rein und macht das Liegen ungemütlich. Eine weitere Landleine ist zur Sicherheit erforderlich und so geht es. Ein paar wenige Schiffe kommen und gehen trotzdem und so ist mal wieder Hafenkino angesagt.

Am Sonntag den 16.09.12 trennen sich die Wege von Asienaka und Arielle wieder und es geht für mich erneut nach Dänemark, weil der Wind dafür am besten passt. Kurs nach Klintholm auf der Insel Mön. Arielle passiert ganz nah das Kap Arkona, mit den beeindruckenden Kalksteinabbrüchen und hat danach wieder freies Wasser.

Quer geht es über die nächste Schifffahrtslinie, was erneut spannend ist. Drei große Pötte gehen vor Arielle durch und zwei danach.

Hier ist immer was los! Dann kommt auch schon die Insel Mön in Sicht, die ebenfalls im Süden eine sehr schöne hohe Kalksteinküste hat.

Um 17:45 liegt Arielle in Klintholm längsseits fest und ich kann einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben, was von hier aus besonders gut möglich ist.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Hesnaes, dass nur 12 Meilen (mit kreuzen 15 Meilen) entfernt liegt. Bei diesem Aufkreuzen kommt die Welle auf einem Schenkel völlig ungewöhnlich genau von vorn und bremst Arielle ein paar mal mächtig aus. Kein angenehmes segeln und so reichen mir die 15 Meilen dann auch. Hesnaes ist ein sehr verschlafener Hafen und es liegen nur wenige weitere Gastschiffe da. Allerdings gibt es mehrere Fischer und es gelingt mir einen schönen Dorsch gegen zwei Dosen Bier zu tauschen. Abends gab es dann Dorsch satt. Sehr lecker! 🙂

Weiter geht es am nächsten Tag ums Südkap von Falster, nach Gedser, denn die Alternativen über Grönsund und Guldborgsund scheinen mir wegen der Strömungen bei der Windlage nicht ratsam und außerdem ist bei dem engen und flachen Fahrwasser viel zu viel zu motoren. Also lieber 30 Meilen aufkreuzen im tiefen Wasser. Es hat um die 20 Knoten Wind aus SW und gerefft geht es recht flott dahin. Ums Kap rum dreht der Wind dann allerdings auf West, nimmt deutlich zu und der Himmel wird immer dunkler. Also für die letzten paar Meilen Segel weg, den Motor zur Hilfe nehmen und schnell in den Hafen. Kaum im Hafen fest, fängt es auch schon an ordentlich zu regnen und ich bin froh rechtzeitig angekommen zu sein.

Wieder hänge ich über den diversen, dubiosen Wetterberichten, die für die nächsten Tage erneut Starkwind aus westlichen Richtungen, mit bis zu 30 Knoten ansagen. 😦
Trotzdem bin ich noch gut im Zeitplan und hoffe das es klappt, planmäßig am 22.09.12 in Heiligenhafen einzulaufen. Er ist ja auch schon fast in Sichtweite, zumindest nicht mehr weit hinterm Horizont…. 🙂

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