Gotland

Von Stockholm aus ging die Reise bei herrlichem Sonnenschein weiter nach Saltsjöbaden (ein bekanntes Seebad der vorigen Jahrhundertwende). Der Weg dahin ist beeindruckend, da er durch eine z.T. hohe Felsenpassagen und engen Fahrwassern führt. Hier war motoren angesagt, da der Wind fast völlig durch die hohe Küste abgedeckt wird. Erstaunlicherweise kommen genau an den engsten Stellen andere Boote entgegen und das macht die Sache noch spannender.

Es hat jedoch immer alles gut gepasst, da trotzdem ausreichend Platz da ist. Saltsjöbaden ist ein kleines Segelmekka, das auch zu dieser Jahreszeit noch sehr gut besucht ist. (wahrscheinlich wegen Wochenende und gutem Wetter).
Danach gings weiter in zwei wunderschöne Bade- und Ankerbuchten (Napolenosviken auf Ägnö und Mörksviken auf Fjärdlång). Sehr empfehlenswert, da wunderbar geschützt und herrlich zum Baden.

Ein weiterer Stopp war der sehr beliebte Hafen der Insel Utö. Dieser Hafen ist im Juli total überlaufen, doch jetzt sind gerade mal 8 Boote da und es gibt viel Platz zum Geniesen. Wunderbar und auf der kleinen Insel gegenüber, auf die eine kleine Holzbrücke führt, habe ich massenhaft Blaubeeren geerntet. Seeehr lecker! Doch die blaue Farbe ist sehr intensiv und ich bin mit blauen Händen und blauem „Rüssel“ zu Arielle zurückgekehrt.  🙂

Von da aus ging es wieder aufs Festland nach Nynäshamn. Ein hübscher kleiner Ort, mit sehr guten Versorgungsmöglichkeiten. Kurz vor Nynäshamn hat mich noch auf See ein satter Regenschauer erwischt und in den Hafen begleitet. Dieses Regenwetter hielt dann mit kleinen Unterbrechungen bis zum übernächsten Tag an. Also waren Hafentage und Sauna angesagt. In der Sauna hat man hier durch zwei große runde Fenster einen tollen Blick auf Schiffe und Stege. So lässt es sich hier auch bei Regenwetter gut aushalten.

Dann kam das Wetterfenster für den Absprung nach Gotland, der Heimat der Goten und der Wikinger. Es ist die größte schwedische Insel der Ostsee und landschaftlich einmalig und kulturell herausragend. Die „Hansestadt Visby“ (Hauptstadt Gotlands) wurde bereits 1805 unter Denkmalschutz gestellt, seit 1995 ist sie mit ihren zahlreichen mittelalterlichen Bauten Teil des Weltkulturerbes der UNESCO und wird aus touristischer Sicht heute auch die Stadt der Rosen und Ruinen genannt. Herausragender Teil ist die fast vollständig erhaltene 3,6 km lange mittelalterliche Stadtmauer mit der Ruine der Visborg. Auf Visby hatten im 14./15. Jahrhundert auch Seeräuber ihr Hauptquartier, wozu auch der berühmte Hamburger Klaus Störtebecker gehörte.

Über 2.000 Meilen liegen bereits im Kielwasser von Arielle, als sie am 24.08.12 auf ihrem Rund-Ostsee-Törn auch dieses weitere Ostsee-Highlight erreicht. Dabei war von Nynäshamn ein satter 67 Meilen-Schlag zu bewältigen und der ging bereits um 05:00 morgens los. Gäähn, gar nicht meine Zeit, aber nötig für diesen Schlag. Der erste Hafen auf Gotland war Lickershamn im Norden, den Arielle nach rund 12 Stunden erreichte (ein kleiner ruhiger Naturhafen mit Anlegesteg) und etwas näher gelegen als Visby. Nur zwei weitere Schiffe lagen hier und es war absolut ruhig und einsam. Hier gibt es u.a. die Raukar „Jungfrun“, ein hoch aufragender Kalksteinfelsen, der eindrucksvoll zeigt, wie hier das Land über tausende von Jahren aus dem Wasser gewachsen ist und immer noch weiter  wächst!

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Visby und auch hier sind nur noch wenige Schiffe im Hafen, jedoch erstmals wieder deutsche Schiffe zu sehen.

Auf dem geschichtsträchtigen Boden von Visby zu wandeln und die vielen uralten Häuser zu bestaunen, die noch gut erhalten und bewohnt sind, ist sehr beeindruckend. Enge Gassen, viele kleine Shops, Restaurants und Cafés laden ein zum Bummeln.

Auch ein Ausflug von hier aus zum nahegelegenen Naturschutzpark „Högklint“ mit der tollen Kalkstein-Steilküste ist sehr zu empfehlen. So kann man es hier mehrere Tage sehr gut aushalten. 🙂

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