Tallinn

Tallinn hat Ähnlichkeiten mit Riga und Danzig, wirkt jedoch mit seinen historischen Bauten noch etwas mittelalterlicher und trägt zurecht den Namen „Perle des Baltikums“. Viele alte Kirchen und Wehrtürme/-anlagen, Museen und uralte sehr gut restaurierte Häuser, Treppen und kleine verwinkelte Gassen, zeugen von einer jahrhundertelangen bewegten Geschichte. Das gibt ein ganz besonderes Flair und wir sind bester Stimmung. Interessant auch, dass Tallinn seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, 2011 Europäische Kulturhauptstadt war und unlängst den Titel „Sauberste Stadt Europas“ erhielt. Einzig die vielen Touristen von den vielen Kreuzfahrtschiffen und die scheinbar dadurch deutlich anziehenden Preise wirken sich negativ auf das Gesamtbild aus.

Montag, 02.07.12:
Wir machen nach dem Frühstück klar Schiff, da Arielle hier eine Woche Pause macht. Kurz vor Mittag kommt dann Billabong mit Sibylle und Peter an und wir helfen beim Anlegen. Die beiden haben spontan Lust, gleich mit uns in die Stadt zu gehen. Also geht es kurz drauf bei strahlendem Sonnenschein per Bus los (Ticket kostet 1,60 im Bus und 1,00 im Hotel oder am Kiosk). Wir laufen kreuz und quer durch Tallinn, immer den Highlights im Stadtplan nach.

Auch der Hafen wird natürlich besichtigt. Da ist die Old Castle Marina, die wir ursprünglich anzulaufen überlegten, es zum Glück aber nicht getan haben. Diese Marina liegt mitten zwischen Kreuzahrterminal, Parkplätzen und breiter Straße und kostet je Boot 35,00 €. Das ist weder schön noch preiswert. Wir sind also froh, dass wir deutlich besser und günstiger im Kalev Yacht-Klub bei Pirita liegen. Mitten in der Stadt gönnen wir uns dann noch ein spezielles Abendessen: Wurstplatte mit verschieden Bratwürsten (u.a. Blutwurst, die Gerd so liebt), Speck, Kartoffeln und Sauerkraut. Sieht fast aus wie eine Schlachtplatte und ist hier eine Spezialität. Mal eine interessante Abwechslung und schmeckt gut, doch für mich sicher nicht jeden Tag, weil viel zu fett. Es gibt hier auch wirklich ganz urige Kneipen.

Den Abend lassen wir jedoch entspannt zusammen mit Sibylle und Peter bei Arielle an Bord mit Wein und kleinen Snacks ausklingen.
Tipp: Gutes Kaffee mit lecker Kuchen gibt es bei „Matthilda“. 🙂

Dienstag, 03.07.12:
Heute ist Abreisetag für Gerd, der ganz traurig dreinblickt. Nach ausgiebigem Frühstück, packen und einem Abschieds-Drink begleite ich Gerd noch zum Bus und dann geht’s für ihn zum Flughafen. Für mich heißt es jetzt Großputz, denn Arielle will Gerti ja sauber blitzend empfangen. Auch geht es nochmal zum Supermarkt zum Einkaufen und ich bunkere ordentlich nach. Der restliche Tag vergeht wie im Flug.
Tipp:  Wer hier Bootszubehör einkaufen möchte, wendet sich am besten an den Yacht-Shop im Olympiagebäude, und zwar da konkret an TOMMYLYY (Pirita Paadipood). Die Inhaber sind ein sehr nettes und hilfsbereites Pärchen und sie haben faire Preise. 🙂

Abends bin ich zum Essen auf die Billabong eingeladen. Peter hat Fischauflauf gekocht und es schmeckt sagenhaft lecker. 🙂 Dann geht es zurück zu Arielle und Lyy meine Bootsnachbarin organisiert für mich ein Taxi zum Flughafen. 🙂
Mittwoch, 04.07.12:
Gerti landet planmäßig um 00:50 und wir fahren mit dem Taxi zurück zu Arielle. Große Freude über den lieben Besuch. 🙂  Ich strahle und Arielle mit. 🙂
Nach ordentlichem Willkommensschluck, ist für den nächsten Morgen erst mal richtig ausschlafen und ausgiebig frühstücken angesagt. Dann geht es in die Stadt zur erneuten ausgiebigen Besichtigung.

05.07. –  07.07.12:
Ruhige Hafentage und Sightseeing. Richtig erholsam. Muss auch mal sein, obwohl es im Hafen nicht wirklich ruhig zugeht, denn täglich starten hier rund 100 Optis zu regatten und da rührt sich was. Ist aber interessant zuzusehen und schön, was hier für den Nachwuchs getan wird. Unsere Stegnachbarn sind wirklich außerordentlich gastfreundlich. Bevor sie selbst zu einer mehrtägigen Regatta auslaufen, schenken sie uns noch einen kleinen Leuchtturm, der mir immer den richtigen Weg leuchten soll und eine riesige selbstgemachte Salami. Ich bin sprachlos und freue mich sehr. 🙂

Am 07.07.12 nach einem entspannten Layday kochen wir zur Krönung des Tages gemeinsam an Bord, was hervorragend klappt und in eine kleine Bordparty ausufert. Sehr schön und ein genialer Abschiedsabend, denn am nächsten Tag wartet auf Gerti bereits wieder der Flieger nach Hause. 😦  Tja, die Zeit rast…

Sonntag, 08.07.12:
Nach dem langen feuchtfröhlichen Abend, will das Frühstück noch nicht so richtig schmecken, doch wir haben Zeit und genießen es trotzdem. Im Cockpit, bei brütender Hitze. Jetzt ist der Sommer wirklich da! Dann heißt es packen und wir fahren gemeinsam zum Flughafen und Gerti tritt den Heimflug an.
Zurück bei Arielle bin ich auf diesem Törn erstmals allein an Bord und werde morgen einhand nach Helsinki segeln. Ich freue mich darauf und sichte die Wetterberichte (sieht gut aus – SW 18-20 Knoten – das sollte eine schnelle Überfahrt geben). Es klopft an Bord und als ich den Kopf rausstrecke sehe ich Gerd von der SY Kiwi, der gerade eingetroffen ist (zum ICCY-Treffen). Schön, dass man immer wieder Bekannte trifft. Morgen Früh heißt es zeitig raus und Kurs Finland/Helsinki. Billabong erwartet mich schon und teilt das per SMS mit. Schön, wenn man in der Fremde Freunde hat, die einen erwarten und dann sicher wieder gute Kuchen-Tipps haben. 🙂

2 Gedanken zu „Tallinn

  1. Hallo Horst,

    das macht ja richtig Spass, Deinen Törn hier mitzuverfolgen.
    Weiterhin alles Gute – und vielleicht klappt´s ja mit einem Besuch im Bereich der schwed. Schärenküste nördlich von Stockholm.
    Wann bist Du in etwa nach aktueller Planung dort zu erwarten?

    Viele Grüße
    Peter

  2. Hallo Horst,
    sind aus der Türkei zurück und hab endlich all deine Berichte gelesen.Einfach toll!!Herrliche Bilder und spannend geschrieben.Da kommt mir das Mittelmeer fast langweilig dagegen vor.Ich freu mich riesig für dich und bin mächtig stolz auf dich.Pass weiter gut auf dich und Arielle auf
    Fair Winds wünscht
    Sigmar

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